Hintergrund

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„Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist gar keins da!“ (Franz Kafka)

Die Situation vor der Sanierung

Die Situation vor der Sanierung

Ist das so, da wo Roma leben ist Schmutz, Müll und Lärm? Dieses Klischee schien auch auf die Bewohner der Häuser Harzer Straße Ecke Treptower Straße bis 2011 zu zutreffen. Die Medien berichteten dann auch politisch ganz korrekt von den Müllhäusern und dem Romadorf in Berlin Neukölln. Benjamin Marx von der Aachener SWG sah das anders und kaufte für die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft die Wohnanlage in der die Menschen in einer prekären Situation lebten. Nach dem die Aachener SWG Eigentümerder Häuser geworden ist, begannen auch sofort die Sanierungsmaßnahmen der Wohnungen und Häuser.

Begegnung auf Augenhöhe

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Der gleiche Hof danach.

Die Bewohner wurden in diese Arbeiten mit eingebunden, es entstand Vertrauen und eine Begegnung auf Augenhöhe.

Die Öffentlichkeit und die Medien reagierten erstaunt über die Entwicklung der Häuser, ganz offen wurde die Frage gestellt „lohnt sich das denn für die …?“. Viele warteten darauf, dass die Revitalisierung der Wohnanlage scheitert. Doch im September 2012 konnten die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden und bei einem großen Fest am 14.09.2012 erhielten die Häuser den Namen „Arnold Fortuin Haus“. Der Namensgeber war ein katholischer Priester, der im 3. Reich sehr vielen Sintis und Roma das Leben gerettet hat, ein „Oskar Schindler“ der Sinti und Roma. Er war der Religionslehrer von Benjamin Marx.

arnold fortuin rettete sinti und roma vor den kz der nazis„Die Philosophie lehrt tun, nicht reden“ sagte Seneca bereits vor 2000 Jahren. Dieser Gedanke prägt die Arbeit im Arnold Fortuin Haus. Ana Berger richtete im Auftrag des neuen Vermieters Deutschkurse für Erwachsene ein, mittwochs standen die Bewohner an dem kleinen Büro im Arnold Fortuin Haus Schlange um mit Marx und Berger ihre Probleme zu besprechen. „Wie Deutschland funktioniert“ wollte gelernt sein. Es war ein gegenseitig intensives Kennenlernen. 2012 sind dann die Aktiven der Harzer Straße zum ersten mal mit den Roma in ihr Heimatdorf Fântânele, sie waren neugierig geworden woher die Menschen kamen und warum sie gekommen sind. In Rumänien leben etwa 1,2 Millionen Roma, in ganz Europa gibt es etwa 12 Millionen Sinti und Roma, das sind mehr Menschen als Belgien Einwohner hat oder Dänemark und Finnland zusammen.
Es sind EU-Bürger, sie leben aber sehr oft ausgrenzt und stigmatisiert. Viele Europäer hatten noch nie Kontakt mit Sinti oder Roma, aber fast jeder hat seine Meinung und Vorstellung, wie diese Menschen sind.
Am 20. September 2013 erhielt die Aachener SWG und Benjamin Marx den Architekturpreis für Stadtentwicklung.
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Ein Preisgericht unter dem Vorsitz des früheren Daimler-Chefs und Berliner Ehrenbürgers Edzard Reuter hatte das Roma-Projekt unter sechs Kandidaten ausgewählt, „wegen des besonderen unternehmerischen Muts“.
Das Preisgeld ist der Grundstock für die Fahrt nach Fântânele

Phinove

copyright:Phino.Ve

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Die Erfahrungen und das Wissen, die seit 2011 angesammelt wurden, sollten nicht verloren gehen. So ist 2013 der Verein PHINOVE entstanden. Die Mitglieder dieses Vereins haben alle an der Revitalisierung des Arnold Fortuin Hauses in den unterschiedlichen Aufgaben mitgewirkt. Der Verein hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, Vorurteile gegenüber den Sinti und Roma abzubauen. Durch Begegnung soll Fremdes nicht mehr fremd bleiben und Gegenseitige Wahrnehmung der kulturellen Vielfalt soll der Weg zu einem Miteinander bringen. PHINOVE ist auch im Bereich der Bildung und Beratung tätig. Sprachkurse, „was ist Deutschland?“ und „Berlin kennenlernen“ sind nur einige der Tätigkeitsfelder. Erfolgreich konnten in den letzten Wochen Roma-Jugendlich in einem Trainee auf die Vorstellungsgespräche für Ausbildungsplätze vorbereitet werden.
AspE e.V.
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AspE e.V. ist seit 1996 ein interkultureller und inklusiver Jugendhilfeträger in Berlin. Die Arbeit der MitarbeiterInnen ist von der Idee geleitet, dass für ALLE Menschen das Grundrecht auf gleichberechtigte Partizipation verwirklicht werden muss. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Rromahintergrund und/oder aus Südosteuropa besuchen seit Jahren die Förder- und Freizeitprojekte, sowie die Alphabetisierungs- und Sprachkurse von AspE e.V. AspE e.V. engagiert sich seit 2008 für die Familien im Harzer Kiez. 2012 bezog das AspE – FamilienForum Harzer Kiez Räume im Arnold Fortuin Haus und setzt sich seitdem in enger Kooperation mit der Aachener SWG und seit 2014 auch mit PHINOVE für ein gleichberechtigtes, friedliches Miteinander aller Bewohner des Kiezes ein. – www.aspe-berlin.de/

 

 

 

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