Alles roger in Fântânele!

Nach dem Genuss des Frühstücks kratzen schon die Kinder am Tor. Die, denen es zu lange dauert, beschließen den Weg über die Mauer einzuschlagen und sich erstmal in einer kleinen Zeichenrunde warm zu fantasieren. Es werden Kaugummis als Dank gereicht. Der Filz der Stifte rast über weiße Blätter, auf denen bunte Häuser, Boote, Drachen, Autos und Versuche eines Helikopters erscheinen.

Fântânele
Fântânele
Fântânele
Fântânele

„Tattoo! Tattoo!‘‘ Kreischen die Rüpel entzückt und strecken uns ihre Unterarme entgegen. Namen in Graffitischrift verzieren die dünnen Ärmchen, die nun glücklich die Mirabellen von den Bäumen zupfen.
Mehr, immer mehr Kinder hüpfen über Zäune oder rollen auf ihren Drahteseln durchs Tor.
Alex, der eines formidablen Englisch mächtig ist, beweist auch im Gestalten von Buchstaben sein Gespür für Formen.
Gut das wir vorgesorgt haben, wir packen Sprühdosen und Streichfarbe ein und probieren uns an einer kleinen Wand.
Mit Farbe an den Händen werden Babbo, Oma, Papa und auch alle anderen herbeigerufen, das Werk des elf Jährigen zu begutachten.

Fântânele

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Begeisterung. Erstaunen. Der Startschuss ist gefallen. Die Großmutter von Alex rüstet gerade ihr Heim auf, da macht sich bunte Farbe an der Fassade nicht schlecht. Wir wechseln die Straßenseite. Eifrig hilft auch der Kleinste mit. Viel zu große Farbeimer, Rucksack und Pinsel werden in den Garten gehievt. Wie aus dem Nichts stehen wir vor weiteren drei Wandbildern. Alle sind entzückt, der Opa klopft das Sofa im Garten ab und bittet uns Platz zu nehmen – Ohne Widerrede! Selbst die Hühner mischen sich unter die Schar und glucksen glücklich vor sich hin.

Fântânele
Zeit eine Runde durchs Dorf zu cruisen, denn das Leben spielt sich hier auf der Straße ab. Ob schattensuchende, auf einer Bank sitzende, alte Herrschaften mit tiefen Falten im Gesicht und wenig Zähnen in der Gusche oder energiegeladene Jungsche, fast alle begrüßen einen herzlich. Auf Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch oder Griechisch, von Sprachbarrieren gibt es keine Spur.
Mädchen tuscheln und gackern, Jungs winken uns „Wie geht’s, wie geht’se ?„ zu.
Gut geht’s uns, was sonst? Alles roger in Fântânele!
Wir fahren auch durch dünne Gassen, ein kurzer Blick von meinem Sattel über die Zaunlatten offenbaren mir zusammengeschusterte Schuppen welche viele ihr Zuhause nennen.
Auf der nächsten breiteren Straße thronen auch schon wieder Schloss-ähnliche Häuser.
Teppiche hängen über den Zäunen und werden fleißig vom Rasensprenger begossen.
Gegen neun fällt die Tür ins Schloß und wir lassen uns erschöpft und zufrieden auf die Bänke fallen.
Was für ein Tag! Beim lodernden Lagerfeuer tauschen wir unsere Erlebnisse aus, es sind zu viele Unterschiedliche um sie alle zu nennen.

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